Seide und ihre Pflege


Seide gehört zu den tierischen Fasern und besteht zu 80% aus Eiweiß. Der biochemische Aufbau ist dem unserer Haut sehr ähnlich, weshalb wir die Seide als so angenehm empfinden. Der hohe Bestandteil an Eiweiß macht die Seide aber auch so empfindlich gegen enzymhaltige Waschmittel und optische Aufheller. Bei leichter Schädigung fängt das Gewebe nach kurzer Zeit an zu pillen (Knötchenbildung). Verstärkt auf die Pillingbildung wirkt sich auch pulverförmiges Waschmittel aus. Bei unserem Seidenflanell nutzen wir diesen Effekt zwar absichtlich und kontrolliert, aber wer sich einen glänzenden Seidensatin kauft, möchte den Glanz doch auch erhalten. Waschen Sie Ihre Seidenbettwäsche deshalb im Wollwaschgang auf links, mit geschlossenen Knöpfen oder Reißverschlüssen. Verwenden sie nur flüssige Wollwaschmittel / z.B. Burti Wollwaschlotion). -Eine kleine Menge reicht. Sollte sich die Seidenbettwäsche nach dem Waschen schmierig anfühlen und einen talkigen Geruch haben, so sind noch Waschmittelrückstände in der Seide. Spülen Sie die Bettwäsche mit klarem Wasser noch einmal richtig aus und verwenden Sie beim nächsten Mal weniger Waschmittel. Bei hartnäckigen Flecken geben sie pure Waschlotion direkt auf den Fleck, reiben es leicht ein und waschen dann wie oben beschrieben. Als Temperatur sind 30°C völlig ausreichend. Wenn sie aber unbedingt heißer waschen wollen, so ist das bei ungefärbter und unbedruckter Seide bis 60°C möglich. -Aber bitte nur im Wollwaschgang (dort wird das Material schonend im Wasser geschwenkt) Farbstoffe sind auf der Seide nur bis 30°C farbecht. Verfärbt sich das Material, so war die Temperatur zu hoch, oder die Seide lag im nassen Zustand zu lange aufeinander. Nach dem Waschen sollte Seide nass oder feucht (kurzes Schleudern) bei Zimmertemperatur aufgehängt werden (nicht in die pralle Sonne hängen). Grundsätzlich kann Seide im Trockner getrocknet werden. Moderne Trockner haben Programme, die für Seide geeignet sind. Wichtig ist, dass die Seide im nassen Zustand so wenig wie möglich bewegt wird, da sonst die Fibrillen aufgeraut werden und der Glanz reduziert wird. Es bleibt ihrem persönlichen Empfinden überlassen, ob Sie nachlassender Glanz mehr stört, als eine aufwendige Pflegebehandlung. Den Schlafgenuss beeinträchtigt es nicht. In unserem Haus wird die Seide bei höchster Temperatur und vollem Dampf gebügelt. Das erfordert etwas Übung, denn man darf nicht zu lange auf der Ware verweilen. Zudem darf das Bügeleisen nicht tropfen. Seidenbettwäsche hat je nach Qualität einen Wascheinsprung zwischen 3-8% und manchmal eine Längung (z.B. beim Jersey) von 10%, den wir im Zuschnitt berücksichtigen. Die Bettwäsche passt also erst nach dem ersten Waschen.

Seide ist ein Stück Natur, sie ist ein lebendiges Material und manchmal nicht ganz vollkommen. Kleine Dick- und Dünnstellen, Knötchen und dunkle Fasern können Begleiterscheinungen sein.
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